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Printmedien im Kommunikationsmix – 
Status quo und crossmediale Trends

Durch die zunehmende Digitalisierung des Informationsprozesses, die Etablierung des Internets als Einkaufskanal und die damit einhergehenden Verschiebungen der Umsätze hin zum Internet bekamen auch Kosten, Aktualität und Kundendaten neue Dimensionen und die Notwendigkeit von Print als Werbeträger, 
Impulsgeber und Umsatztreiber wurde kritischer hinterfragt. Wozu noch Millionenbeträge in den Versand bereits veralteter Kataloge stecken, wenn online alles mit einem Klick direkt beim interessierten Kunden landet? Doch ist das Medium „Print“ deshalb wirklich ein Auslaufmodell? Oder stellen Printmaterialien gerade im Kontext eines erfolgreichen Cross-Channel-Managements eine wichtige Verbindung zwischen der Online- und der Offline-Welt dar? Und wenn ja, wie müssen sie ausgestaltet sein?

Um aufzuzeigen, welche Rolle Printmedien in deutschen Unternehmen einnehmen, hat das E-Commerce-Center Köln (ECC Köln) im Rahmen einer Online-Befragung 336 Entscheider (u. a. Geschäftsführer, leitende Angestellte, Bereichsleiter) aus den Bereichen Marketing/PR, Verkauf, Beschaffung/Einkauf, Unternehmens­entwicklung und -führung sowie Personal verschiedener Branchen bezüglich des Einsatzes und der Bedeutung von Printmedien in der Kommunikation ihres Unternehmens befragt. Dabei gibt das vorliegende Whitepaper insbesondere Antwort auf folgende Fragestellungen:

Wer entscheidet über den Kommunikationsmix und wie sieht dieser aus?

Was sind die Gründe für die Wahl 
eines Kommunikationskanals?

Wie verteilt sich das Budget auf 
die einzelnen Medien?

Wie erfolgt die Messung der 
Wirksamkeit der Printkommunikation 
und wie erfolgreich ist diese – auch im 
Vergleich zu den anderen Kanälen?

Was sind die Vorteile der Print-
kommunikation und wie sieht der 
zukünftige Einsatz aus?

Im Rahmen der werblichen Kommunikation nimmt der Einzelhandel eine bedeutende Stellung ein. So gaben Einzelhändler in 2012 für Above-the-Line-Werbeträger
 ca. 1,7 Milliar­den Euro und E-Commerce-Unternehmen im Speziellen allein ca. 760 Millionen für Werbung aus. Die bedeutende Rolle des Einzelhandels in der Werbung wurde auch in der Stichprobe berücksichtigt und so kommen fast 45 Prozent der befragten Entscheider aus dem Einzelhandel. Die Befragung deckt dabei Unternehmen jeder Größe ab. Den größten Anteil machen Unternehmen mit 500 und mehr Mitarbeitern aus (30,4 %), gefolgt von kleinen Unternehmen 
(1 bis 9 Mitarbeiter) mit einem Anteil von 24,1 %. Dabei werden die Produkte und Dienstleistungen der befragten Unternehmen vorwiegend über stationäre Geschäftsstellen oder den persönlichen Kontakt, der insbesondere im Bereich B2B von hoher Relevanz ist, vertrieben (89,9 %), gefolgt von Online-Shops 
(47,0 %) und Katalogen. Fast 60 Prozent der Unternehmen sind als Multi-Channel-Anbieter aktiv und nutzen mehr als nur einen Vertriebskanal, insbesondere den stationären Handel in Kombination mit einem Online-Shop.

Genutzte Kanäle in der 
werblichen Kommunikation und 
Entscheidungsgrundlage
Unabhängig von den Verkaufskanälen nutzen die Unternehmen verschiedene Kommunikationskanäle. Anhand der Verteilung lässt sich ablesen, welche Kanäle heutzutage noch eine Bedeutung besitzen. So sieht man, dass Print noch lange nicht tot ist: Mehr als drei Viertel der Befragten nutzen Print für ihre werbliche Kommunikation. Dennoch hat auch der Online-Kanal in den Köpfen der Entscheider einen festen Platz eingenommen und spielt daher eine entscheidende Rolle im Kommunikationsmix. Mit einem Anteil von ca. 80 Prozent verzeichnet dieser Werbekanal Print gegenüber einen leichten Vorsprung unter den Befragten. TV und Radio werden von einem Drittel der Befragten genutzt. Die deutlich geringeren Anteile von TV und Radio gegenüber Print und Online lassen sich auch durch den Anteil von über 50 % an Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern begründen. Die Verteilung des Werbebudgets erfolgt entsprechend der Nutzung der einzelnen Kommunikationskanäle – so fällt der größte Anteil auf Online- und Printmedien. Die Befragten geben im Durchschnitt 42 % ihres Werbebudgets für die werbliche Kommunikation über Online-Medien und 38 % ihres Werbebudgets über Printmedien aus. Über welche Kanäle die Kommunikation stattfindet, hängt dabei von ganz unterschiedlichen Faktoren ab: Neben den Kosten (43,5 %), sind es am häufigsten die anvisierte Zielgruppe (42,3 %), die gewünschte Reichweite (39,3 %) sowie die gebotene Möglichkeit der zielgenauen Ansprache, die die Entscheidungsgrundlage für einen Kanal bilden.

Nutzung von Printmedien
Print bietet zahlreiche Formen von möglichen Werbemitteln, die von Außenplakaten über Mailings bis hin zu Kundenmagazinen und Magalogen reichen, und stellt sich damit als besonders vielseitig heraus: Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften stellen neben Flyern die am häufigsten genutzten Printwerbemittel dar (62,2 % bzw. 60,6 %). Personalisierte Mailings werden immerhin noch von 49,2 % der Befragten genutzt. Zu den weiteren genutzten Werbemitteln zählen u. a. die Außenwerbung (44,5 %), Zeitungs- und Zeitschriftenbeilagen (37,0 %) sowie Kundenmagazine (33,1 %) und Beikleber (22,4 %); Kataloge, die gleichzeitig auch einen Vertriebskanal darstellen, werden von mehr als jedem fünften der befragten Unternehmen genutzt. Ebenso wie die genutzten Printwerbemittel sind auch die damit kommunizierten Inhalte vielfältig: Neben Produkten und Dienstleistungen (76,0 %) werden Spezial- bzw. Wochenangebote (50,4 %) kommuniziert. Häufig steht auch das Unternehmen selbst im Fokus der werblichen Kommunikation, beispielsweise in Form von Unternehmens­information (33,9 %) oder Stellenanzeigen (17,3 %). Dabei erfolgt die Verteilung der Printwerbung in erster Linie über den klassischen Versand (35,4 %), gefolgt von der Verteilung über Zeitungen/Zeitschriften (30,3 %) und der Verteilung am Point-of-Sale (22,7 %). Aus diesen Verteilarten wird deutlich, dass Printmedien meist eine Zugabe darstellen. Genau diese Kombination mit anderen Werbeträgern liefert den entscheidenden Mehrwert, was auch die befragten Entscheider bestätigen. So werden Printmedien in über 65 % der Kampagnen von Online-Medien begleitet. Radio und TV werden neben Print von mehr als jedem vierten Werbetreibenden eingesetzt.

Vor- und Nachteile von Printmedien
In unserem Alltag sind Informationen durch verschiedene Medien omnipräsent. Es gibt jedoch kaum Momente, in denen wir uns intensiv auf diese Medien konzentrieren – insbesondere bei TV und Radio. Beim Lesen von Zeitschriften hingegen schenkt man diesem Medium seine volle Konzentration. Laut einer Umfrage von Bauer Media geben 87 % der Befragten an, sich beim Zeitschriftenlesen ausschließlich auf dieses Medium zu konzentrieren. TV und Hörfunk erreichen lediglich einen Anteil von 49 bzw. 5 %. So ist die Erreichung von Kunden in entspannten Momenten auch unter den befragten Entscheidern der am häufigsten genannte Vorteil von Printmedien. 42 % der Befragten nennen diesen Vorteil, unter den Print-Werbetreibenden ist der Anteil sogar noch höher (45,7 %). Diese entspannten Situationen bieten den Vorteil, dass die dargestellten Informationen durch eine höhere Aufmerksamkeit eher wahrgenommen werden. 
Darüber hinaus können z. B. geschaltete Anzeigen in Magazinen anders als TV-Werbespots oder Online-Banner mehrfach genutzt werden und damit einen mehrfachen Kundenkontakt erzielen – ein Vorteil, den fast 34 % der Print-Werbetreibenden nennen. Die Möglichkeit einer genauen Zielgruppenaussteuerung kann insbesondere für Werbetreibende, die über zahlreiche Informationen ihrer Kunden verfügen, von Vorteil sein. Hier haben Online- Händler einen klaren Vorteil gegenüber klassischen Einzelhändlern, die im schlechtesten Fall noch nicht einmal über eine Kundenkarte verfügen, mit der wertvolle Informationen zum Einkaufsverhalten gesammelt werden können. So nennen ebenfalls fast 34 % der befragten Print-Werbetreibenden die 
genaue Zielgruppenaussteuerung als Vorteil von Print. Nicht-Print-Werbetreibende hingegen sehen darin nur in ca. 23 % der Fälle einen Vorteil. Weitere häufig genannte Vorteile sind u. a. die hohe Glaubwürdigkeit, die hohe Kundenbindung sowie die Unabhängigkeit von digitalen Geräten. Das Angebot an Printmedien wird qualitativ stetig besser. Gleichzeitig können Printleistungen günstiger angeboten werden. Dennoch gilt die werbliche Kommunikation über Printmedien immer noch als teuer. So ist nicht verwunderlich, dass Kostenaspekte die häufigsten genannten Nachteile von Print sind. Neben den Kosten für 
Anzeigen (36,9 ) sind die Druckkosten (33,6 %), die Erstellungskosten (31,5 %) und die Versandkosten (31,2 %) die vier am häufigsten genannten Nachteile. Kostenaspekte werden insbesondere von Nicht-Printwerbetreibenden als Nachteil genannt.

Erfolgsmessung
Für Werbetreibende ist es von Bedeutung zu wissen, wen sie wie letztendlich mit ihrer Werbebotschaft erreicht haben. Daher spielt die Möglichkeit der Erfolgsmessung für fast jeden vierten Werbetreibenden eine entscheidende Rolle bei der Wahl eines bestimmten Kommunikationskanals. Printmedien wird aus diesem Grund von mehr als einem Drittel der Befragten ein Vorteil gegenüber anderen Medien zugesprochen und daher werden diese auch gerne eingesetzt.

Print im Kommunikationsmix
Sie gelten als besonders geeignet, um Markenwerte zu kommunizieren und auf emotionale Weise Bedarf zu wecken. Das zeigt sich auch in der Durchführung von Erfolgsmessungen unter den befragten Entscheidern: Knapp 85 % führen immer oder zumindest gelegentlich Erfolgsmessungen ihrer Printkampagnen durch; weitere 6,3 % planen, den Erfolg ihrer Kampagnen zukünftig zu messen. Dies geschieht unter Rückgriff auf verschiedene Messmethoden: In erster Linie wird indirekt über Befragungen gemessen (45,8 %) sowie direkt durch definierte Testgebiete (34,7 %) und Gutscheine (27,8 %). Durch technologische Entwicklungen wird eine direkte Erfolgsmessung in Zukunft vereinfacht. Die zunehmende Verbreitung von Smartphones und Tablets bietet immer bessere Möglichkeiten, Print mit digitalen Instrumenten wie QR-Codes oder Augmented Reality zu kombinieren. Damit können nicht nur verschiedene Kommunikationskanäle, sondern auch Vertriebskanäle miteinander verknüpft und beim Kunden völlig neue Erlebnisdimensionen geschaffen werden. Gleichzeitig bietet diese Kombination eine gute Möglichkeit, den Erfolg von Printkampagnen gezielt zu messen. Unter den befragten Entscheidern, die Erfolgsmessungen durchführen, setzen bereits knapp 28 % digitale Instrumente ein. Mit einem Anteil von fast 67 % werden QR-Codes dabei am häufigsten verwendet. Augmented Reality, die sich insbesondere zur Visualisierung von Produkten anbietet, wird bislang von lediglich 26,7 % eingesetzt.Ohne geeignete Methoden und Instrumente wie u. a. die eben genannten kann sich die isolierte Betrachtung der Wirkung einzelner Kanäle im Anschluss an eine crossmediale Kampagne als schwierig erweisen – ein Grund, den mehr als 34 % der befragten Print-Werbetreibenden, die bislang keine Erfolgsmessung durchführen, für die fehlende Erfolgsmessung nennen.

Zukunft und Trends von Printmedien
Die Gründe für den Einsatz von Print sowie die Vor- und Nachteile wurden durch die Ergebnisse aufgezeigt. Doch wie sieht die Zukunft der Printmedien aus Sicht der Entscheider aus? Wie werden sich die Budgetinvestitionen entwickeln? Und welche Trends werden sich behaupten? Während fast 40 % der befragten Print-Werbetreibenden ein gestiegenes Printbudget in den letzten drei Jahren zu verzeichnen haben, schätzen für die kommenden drei Jahre noch knapp 36 %, dass ihr Budget steigen wird. Gleichzeitig erwarten aber auch 34,6 % eine stagnierende Entwicklung ihres Print-Budgets in den nächsten drei Jahren. Dennoch lässt sich daraus im Allgemeinen kein Abwärtstrend erkennen. Die Kombination aus gedruckten und digitalen Medien ist beliebter denn je und verspricht einen hohen Nutzen für Kunden und Werbetreibende. So ist es nicht verwunderlich, dass die Befragten der Aussage, dass Printmedien in Zukunft verstärkt mit Online-Medien verzahnt werden, am häufigsten zustimmen. Folgende weitere Einschätzungen gehören zu den Top-5-Trends in der Printkommunikation aus Entscheidersicht: „Printmedien werden kreativer“, „Printmedien werden stärker auf Zielgruppen zugeschnitten sein“, „Die Menge an Printmedien wird abnehmen“ und „Printmedien werden teurer“.

Printmedien werden stärker 
mit Online-Medien verzahnt
Es ist unumstritten, dass die parallele Nutzung unterschiedlicher Kanäle im Informations- und Kaufverhalten der Kunden zukünftig weiter zunehmen wird. Cross-Channel-Marketing ist nicht nur im Einzelhandel das zukunftsprägende Thema. So wird Online auch zukünftig nicht auf Print verzichten können, umgekehrt Print auch nicht auf Online. Diese parallele Nutzung stellt Unternehmen vor die Herausforderung, in ihrer Kommunikation Instrumente zu nutzen, über die sich die Brücke von Print zu Online reibungslos schlagen lässt: Produktkennziffern, QR-Codes oder Augmented Reality führen direkt zu 360-Grad-Ansichten, Produktvideos, Landing-Pages oder schaffen eine neue Erlebnisdimension. Unternehmen, die ihre Kampagnen crossmedial denken und ihre Website bzw. ihren Online-Shop bereits für Smartphones oder sogar Tablets optimiert haben, können hier klare Vorteile generieren. Magaloge stellen ein erfolgreiches Beispiel dar, wie Print und Digital nicht nur in der Kommunikation, sondern auch im Vertrieb optimal miteinander verzahnt werden können. Bestes Beispiel: Zalando. Der performanceorientierte Online-Pure-Player präsentiert in seinem Kundenmagazin mit einer derzeitigen Auflage von mehr als 1,7 Millionen Exemplaren neben Produkten auch Beratung und redaktionelle Inhalte. Artikel können dank Werbemittelkennziffern direkt im Online-Shop gesucht und bestellt werden. Das „Zalando Magazin“ überzeugt nicht nur im Printformat, sondern bietet auch in Form einer Adaption des gedruckten Magazins als E-Magazin für das iPad einen erlebbaren Mehrwert. Neben der Themenvielfalt des Magazins, die man auf dem Tablet interaktiv erleben kann, wird die Möglichkeit geboten, Making-of-Videos von Cover- und Videoproduktionen anzuschauen und favorisierte Produkte direkt in den Warenkorb zu legen. Der Meinung, dass Printmedien zukünftig stärker mit Online-Medien verzahnt werden, stimmen Unternehmen, die ihr Printbudget weiter ausbauen, sowie Unternehmen, die dies reduzieren wollen, etwa gleichermaßen zu.

Printmedien werden kreativer
Mit der Verzahnung von Print und Online führt kein Weg daran vorbei, dass Unternehmen gegebenenfalls gemeinsam mit ihren Dienstleistern kreative Strategien entwickeln müssen, um sich von der Masse abzuheben. Hier müssen Printmedien nicht nur bezüglich der Haptik kreativer werden, sondern auch bezüglich ihrer Inhalte. Demnach weisen Printmedien einen immer höheren Anteil an journalistischen Inhalten, z. B. in Form von Beiträgen, auf, denen in ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt werden sollten, um den Leser emotional anzusprechen, Kaufanreize zu setzen und ihm den direkten Weg zum Vertriebskanal zu ermöglichen.

Printmedien werden stärker 
auf Zielgruppen zugeschnitten sein
Händler und insbesondere Online-Händler verfügen über ein immer größer werdendes Volumen von Kundendaten. Dank Kundenkarten, die vertriebskanalübergreifend eingesetzt werden können, erstrecken sich die verfügbaren Informationen zum Kaufverhalten der Kunden auf mehrere 
Kanäle. Marketingabteilungen können aufgrund dieser Informationen gezielt Kampagnen entwickeln und diese zielgerichtet aussteuern. Mit Hilfe einer anschließenden Erfolgsmessung der Kampagnen können Unternehmen die Kundenansprache – nach dem Trial-and-Error-Prinzip – noch besser auf die gewünschte Zielgruppe zuschneiden und gezielter aussteuern. Ein Anfang sind personalisierte Mailings. Laut der Studie „Customer-Journey-Typologie 2012“ wird diesen neben abonnierten Newslettern und Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften der größte Nutzen aus Verbrauchersicht beigemessen. Auf Seiten der Druckdienstleister stellen Printkampagnen mit einem hohen Individualisierungsgrad selten noch ein Problem dar: Mit Hilfe von leistungsfähigem Druck und performanten Publishing-Lösungen lassen sich selbst personalisierte Mailings kostengünstig und schnell realisieren. Die Menge an Printmedien wird abnehmen. Mehr als ein Drittel der befragten Entscheider glaubt, dass es in Zukunft weniger Printmedien geben wird. Laut Bundesverband Druck und Medien ist der preisbereinigte Output der Druckindustrie jedoch alles andere als rückläufig: Trotz üblicher konjunktureller Schwankungen wächst Print (um 5,3 % zwischen 1992 und 2011). Der Meinung, dass die Menge an Print in Zukunft abnehmen wird, sind insbesondere diejenigen der befragten Entscheider, die das Printbudget in den nächsten drei Jahren herunterfahren möchten. Die befragten Entscheider der Unternehmen, die die Relevanz von Print im Kommunikationsmix erkannt haben und zukünftig mehr in Print investieren möchten, stimmen diesem Trend nur zu einem Anteil von ca. 25 % zu.

Printmedien werden teurer
Ohne Berücksichtigung der Wirkung einzelner Kommunikationskanäle sind für viele Unternehmen Kosten immer noch das A und O und bilden daher bei 43,5 % der Befragten die Entscheidungsgrundlage für einen Kommunikationskanal, unter den Print-Werbetreibenden liegt der Anteil mit 44,9 % leicht darüber. Kostenaspekte werden sehr häufig als Nachteil von Print genannt und dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass den Einschätzungen der Entscheider nach die Printkommunikation in Zukunft teurer werden wird. Werbetreibende dürfen sich jedoch nicht nur von den reinen Kostenaspekten leiten lassen, sondern müssen die Möglichkeiten der Erfolgsmessung nutzen, um eine erfolgreiche und effiziente Printkommunikation umzusetzen. An dieser Stelle sind auch die Druckdienstleister gefragt, die sich zunehmend mit dem Umfeld von Print beschäftigen müssen und Leistungen anbieten, die Print erfolgreich ergänzen.

Fazit

Die dargestellten Untersuchungsergebnisse zeigen, dass im Bereich der Werbeträger vor allem durch das Entstehen neuer Medien und die Veränderung der Kosten für bestehende Werbeträger zukünftig weitere Veränderungen zu erwarten sind. Dabei wird die Entscheidung für den Kommunikationsmix weit oben in den Unternehmen aufgehangen bzw. wird an Experten in Agenturen outgesourct. Die befragten Unternehmen setzen jeweils zu über 75 % vor allem auf Online- und Printwerbung. So fließen im Durchschnitt 42 % des Werbebudgets in Online-Medien und 38 % in Printmedien. Hieraus wird deutlich, dass verschiedene Kanäle herangezogen werden, um den Kunden zu erreichen. Über welche Kanäle die Kommunikation letztendlich stattfindet, hängt vor allem von den entstehenden Kosten, der anvisierte Zielgruppe und der gewünschten Reichweite ab.
Jedoch spielt auch die Möglichkeit der Erfolgsmessung für fast jeden vierten Werbetreibenden eine entscheidende Rolle bei der Wahl eines bestimmten Kommunikationskanals. Printmedien werden aus diesem Grund gerne eingesetzt und knapp 85 % führen immer oder zumindest teilweise Erfolgsmessungen ihrer Printkampagnen durch – unter Rückgriff auf verschiedene Messmethoden: In erster Linie wird indirekt über Befragungen gemessen, aber auch direkte Methoden wie definierte Testgebiete werden genutzt. Insbesondere digitalen Instrumenten wird für die Zukunft eine höhere Bedeutung zugeschrieben. Daraus leiten die Befragten ab, dass Print im Vergleich zu anderen Medien eine gute Kosten-Wirkungs-Relation besitzt. So geben fast 70 % der Entscheider, deren Unternehmen neben Print- auch Online-Werbung betreibt, an, dass man bei gleichen Kosten mit 
Printwerbung eine mindestens genauso gute Wirkung erzielt wie mit Online-Werbung. Dass Print auch heute noch so häufig als Werbeträger genutzt wird, liegt vor allem an den Vorteilen: Die Konsumenten werden in entspannten Momenten erreicht, sodass die dargestellten Informationen durch eine höhere Aufmerksamkeit eher wahrgenommen werden. Gleichzeitig sind ein mehrfacher Kundenkontakt sowie eine genaue Zielgruppenaussteuerung möglich. Laut Angabe der Befragten wird Print auch in Zukunft weiterhin Bedeutung besitzen. Insgesamt konnten folgende Trends identifiziert werden:

• 
Printmedien werden stärker mit 
Online-Medien verzahnt.

• 
Printmedien werden kreativer.

• 
Printmedien werden stärker 
auf Zielgruppen zugeschnitten sein.

• 
Die Menge an Printmedien 
wird abnehmen.

• 
Printmedien werden teurer.

So wird es auch zukünftig einen Wandel im Bereich der werblichen Kommunikation geben und auch Print wird sich weiter verändern. Zahlreiche Studien zum Informations- und Kaufverhalten zeigen, dass Konsumenten heute die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Informations- und Kaufkanälen zu wählen, ausgiebig nutzen. Dies zeigt ein Potenzial für attraktive, zeitgemäße und crossmediale Werbemittel. Dadurch haben Unternehmen die Möglichkeit, ihre Umsätze zu steigern und ihre Kunden zu binden. Insbesondere Kataloganbieter können die Gunst der Stunde nutzen und durch die Verknüpfung mit ihrem Online-Shop die Kunden zielgerichtet lenken bzw. Impulse auslösen.
Für Unternehmen wie auch für Dienstleister im Bereich der Printkommunikation heißt dies, dass sie sich der Herausforderung im Wandel stellen, aber gleichzeitig auch die Chance für neue Geschäftsfelder ergreifen müssen. Druckdienstleister haben dabei nicht mehr nur die Aufgabe, ihre Druckkompetenz zu verkaufen, sondern sie müssen zusätzlich auch ihre Beratung bezüglich weiterer, ergänzender Services (z. B. App-Entwicklung, Mobile Couponing oder Implementierung von Augmented-Reality-Anwendungen) anbieten. Eine geeignete Strategie zu finden, um die gewünschte Botschaft nicht nur zum richtigen Zeitpunkt und an die richtige Zielgruppe zu kommunizieren, sondern zusätzlich den passenden Kommunikationsmix zu finden, wird das zukünftige Erfolgskonzept darstellen. Sicher ist hierbei, dass Print auch zukünftig keineswegs vernachlässigt werden darf. Denn durch Trends in anderen Bereichen wird der Wandel in der werblichen Kommunikation weiter vorangetrieben: So ist es über Smart-TV für die Konsumenten möglich, ein gezieltes TV-Programm anzusteuern und die Werbung auszublenden – eine Möglichkeit, von der auch online bereits viele Nutzer Gebrauch machen. Ohne Print wird es nicht gehen – daher müssen Druckdienstleister sich auch mit dem Umfeld von Print beschäftigen und Leistungen anbieten, die Print erfolgreich ergänzen.